Eltern aufklären und frühe Medienerziehung für Kinder

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Mit Freunden auf der ganzen Welt in Kontakt bleiben oder in Sekundenschnelle unendlich viel Wissen abrufen - das Internet ist nicht mehr wegzudenken. Doch im weltweiten Datennetz lauern viele Gefahren. Um einige ging es gestern bei der Expertenrunde im Rahmen der Reihe «Montags bei Müller» mit Staatssekretär Dr. Gerd Müller. Dieser unterstrich, wie wichtig es sei, sich mit dem Internet, der richtigen Nutzung und den Risiken auseinanderzusetzen. Immerhin laufe seit zwei Jahrzehnten eine «mediale Kulturrevolution», die das Denken der Menschen verändere.

Kinderpornografie - Ein Stopp-Schild statt Bilder und Filme von missbrauchten Kindern - mit der Sperrung von Internetseiten will die Bundesregierung gegen die Kinderporno-Szene vorgehen. Pläne, die unumstritten sind - über 50000 Menschen unterzeichneten dagegen eine Petition. «Ich halte diese Sperrungen für völlig wirkungslos, da sie sogar von Laien umgangenen werden können», sieht auch Dr. Thomas Giehl, Vorstandsmitglied des Kemptener Informations- und Telekommunikations-Unternehmen Idkom, darin nicht das richtige Mittel. «Das ist, wie wenn man in einem Haus mit unendlich viel Türen eine einzelne zunagelt», so Giehl. Dazu komme, dass man so nicht an die Kinderpornoringe im Internet herankomme, die über Server im Ausland Bilder und Filme tauschen.

Die geschlossenen Kreise bereiten auch der Polizei Probleme, berichteten die Beamten Karl-Heinz Alber und Axel Fuchs. Es sei schwierig, in diese Kennwort geschützten Bereiche vorzudringen. Vier Spezialisten sind bei der Kemptener Kripo für die Internet-Recherche zuständig. Sie gehen unter anderem Hinweisen auf Kinderpornoseiten nach, die anonym und per Internetforum an die Polizei gehen. Landen Fälle schließlich vor Gericht, kommen von Besitz bis zur Verbreitung ganz verschiedene Straftatbestände in Frage, so Armin Baumberger vom Kemptener Landgericht.

Cybermobbing/Gewalt Ein anderes Problem im Internet ist das so genannte «Cybermobbing», bei dem man anderen - etwa über verletzende E-Mails oder Einträge in Internetforen - zu schaden versucht. Cybermobbing sei traurige Realität unter Jugendlichen, so Renate Börner, Schulleiterin des Hildegardis-Gymnasiums. Oft wüssten Jugendliche gar nicht, warum sie anderen übers Internet schaden - «die hängen sich dran», so Börner. Auch Lehrer würden im Internet gemobbt - drei Fälle seien in den vergangenen zwei Jahren am Hilde aufgedeckt worden. Und wie kann man gegensteuern? Etwa mit Aufklärung bei den Eltern. Sie wüssten oftmals gar nicht, was die Kinder im Internet treiben. Außerdem forderte Börner, mit der Medienerziehung bei Kindern früher anzusetzen - der Lehrplan sehe das Thema erst ab der achten Klasse vor.

Auch für Elke Rudolph vom Kinderschutzbund Lindau steht fest, dass Kinder den «guten Umgang» mit dem Internet lernen müssten. Im weltweiten Datennetz sei die Hemmschwelle oft niedriger, jemandem etwas anzutun. Daher müsse man wieder Bewusstsein dafür schaffen, so Rudolph.

www.polizei.bayern.de
www.heise.de
www.fsm.de

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